Die SPD-Fraktion begrüßt die Neuausrichtung der Kita-Bedarfsplanung, die heute im Kinder- und Jugendhilfeausschuss beraten wurde. Die Verwaltung hat dafür die bisherigen Annahmen mit den aktuellen Kinderzahlen, der Belegung der Einrichtungen und dem Anmeldeverhalten der Eltern abgeglichen.
„Wir haben in den vergangenen Jahren zu Recht viel dafür getan, zusätzliche Kita-Plätze zu schaffen. Heute sind wir in der guten Situation, genauer planen zu können: Wie viele Plätze werden tatsächlich gebraucht, wo werden sie gebraucht und welche Angebote wünschen sich die Familien. Dass die Verwaltung diese Fragen jetzt stärker in den Mittelpunkt stellt, ist ein wichtiger Schritt hin zu einer langfristigen und bedarfsgerechten Kita-Planung“, sagt Max Haacke, Kinder- und Jugendpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion.
Der Blick auf die Zahlen zeigt, warum die bisherige Planung überprüft wurde. Zum 31. März 2026 waren stadtweit 36 Plätze für unter Dreijährige und 229 Plätze für über Dreijährige nicht belegt. Hinzu kommen sinkende Geburtenzahlen und Veränderungen beim Anmeldeverhalten der Eltern. Für das Kita-Jahr 2026/27 errechnet die Verwaltung einen Bedarf von rund 54 Prozent im U3-Bereich. Die bisherige Planungsquote liegt bei 60 Prozent. Ab 2027/28 sollen deshalb 50 Prozent zugrunde gelegt werden. Bestehende Betreuungsplätze werden dadurch nicht abgebaut.
„Nach vielen schwierigen Jahren können Eltern inzwischen wieder stärker von ihrem Wunsch und Wahlrecht Gebrauch machen. Eltern müssen sich darauf verlassen können, dass sie ein gutes Betreuungsangebot für ihr Kind finden. Wenn wir genauer wissen, wie sich Kinderzahlen und Nachfrage in den einzelnen Stadtteilen entwickeln, können wir unsere Kitas auch besser für die kommenden Jahre planen. Dabei geht es nicht nur um die Zahl der Plätze, sondern genauso um gute und verlässliche Betreuung“, sagt Joelina Peters, Bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion.
Die neue Bedarfsplanung hat auch Auswirkungen auf bereits vorgesehene Bauprojekte. Sieben bislang geplante Vorhaben sollen nicht weiterverfolgt werden. Andere Projekte werden fortgesetzt: Bis zum Kita-Jahr 2030/31 befinden sich zehn Neubauprojekte mit insgesamt bis zu 1.110 Plätzen in Planung beziehungsweise Umsetzung. Gleichzeitig werden in den kommenden Jahren andere Kita-Standorte aufgegeben, unter anderem aufgrund ihres baulichen Zustands.
Für die SPD zeigt die Vorlage auch, dass sich im Fachbereich Kinder und Jugend in kurzer Zeit einiges bewegt hat. Die Fraktion sieht die Entwicklung unter der Leitung von Aylin Dogan sehr positiv.
„Aylin Dogan hat gemeinsam mit dem Team des Fachbereichs in kurzer Zeit vieles neu geordnet und einen klaren Blick auf die kommenden Jahre gerichtet. Dass jetzt aktuelle Zahlen zur Grundlage der Planung gemacht, bestehende Planungen überprüft und auch die weitere Nutzung von Standorten mitgedacht werden, ist ein guter Weg für die Kinderbetreuung in Leverkusen“, sagt Haacke.
Positiv sieht die SPD auch den vorgesehenen Umgang mit Kita-Standorten, die künftig nicht mehr benötigt werden. Grundstücke und Gebäude sollen nicht automatisch aufgegeben werden. Zunächst soll geprüft werden, ob sie für andere Aufgaben der Kinder- und Jugendhilfe oder für weitere Gemeinwohlzwecke genutzt werden können.
Dirk Löb, Vorsitzender der SPD-Fraktion, sagt abschließend: „Es ist gut, dass wir bei der Kita-Planung jetzt einen klaren Blick auf die nächsten Jahre bekommen. Wir müssen nicht an alten Planungen festhalten, wenn sich die Voraussetzungen geändert haben. Wichtig ist, dass Familien auch in Zukunft ein gutes und verlässliches Betreuungsangebot vorfinden.“






