Betrüger suchen sich gerne Personengruppen aus, die vermeintlich auf ihre Tricks reinfallen – wie zum Beispiel ältere Menschen. Dabei spekulieren sie darauf, dass ihre potentiellen Opfer nicht gut informiert und einfach zu verunsichern sind.
45 ältere Sozialdemokraten nutzten deshalb gerne die Gelegenheit im Küppersteger Kurt-Schumacher-Haus, sich von Herrn Waniek, soeben pensionierter Kriminal-polizist, über alte und aktuelle Tricks verschiedener Trickdiebe informieren zu lassen.
Seine Ausführungen bezogen sich zunächst auf die gängigen telefonischen Versuche, mit denen die Gutgläubigkeit älterer Menschen ausgenutzt wird, um an deren Geld zu kommen. Herr Waniek berichtete über den Enkel-Trick, den Messenger-Betrug, bei dem sich Kriminelle mit erfundenen Geschichten als Kinder oder deren Freunde ausgeben und einen Notfall vortäuschen, falsche Polizisten oder Sparkassenmitarbeiter, Gewinnversprechen oder Werbeanrufe und gab den Anwesenden wichtige Tipps, wie man sich in diesen Fällen verhalten soll.
Gefahren lauern aber auch an der Haustüre. Sei es die Bitte um ein Glas Wasser oder das Vortäuschen einer Amtsperson, eines Mitarbeiters der Energieversorgers, ein angeblich von der Hausverwaltung beauftragter Handwerker, Monteure oder auch nur ein vermeintlich attraktives Haustürgeschäft. Der Rat des Polizisten: Niemanden in die Wohnung lassen, erst recht nicht unangemeldet, Türsperre vorlegen, Dienstausweis verlangen und bei geringstem Zweifel bei der Behörde oder der Polizei (110) anrufen und den Besucher in dieser Zeit vor der Türe warten lassen. Und am besten die Wohnungstür durch einen Weitwinkel-Türspion sichern.
Ein dritter Gefahrenbereich ist unterwegs wie z.B. auf dem Rückweg von einem Bankbesuch nach Hause. (Hand)Taschenraub und Trickdiebstahl passieren bevorzugt an Orten, an denen sich viele Menschen aufhalten. Auch für solche Fälle hatte Herr Waniek gute Tipps parat, um sich vor diesen Gefahren zu schützen.
In der anschließenden lebhaften Diskussion berichteten etliche Anwesende, dass bei ihnen bereits solche Betrugsversuche unternommen worden sind und unter welchen psychischen Druck sie dabei zum Teil gestanden haben.
AG60plus-Vorsitzender Dr. Hans Klose äußerte sich zum Abschluss der Veranstaltung hochzufrieden: „Betrugsversuche gegen ältere Menschen sind ein ernstes Problem, dass auch in Leverkusen immer mehr Einzug hält. Deshalb ist ein Nachmittag, an dem ältere Menschen sensibilisiert werden und die gängigsten Betrugsmaschen kennenlernen, um im Alter weiter sicher zu leben, enorm wichtig“.








