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Veranstaltung der SPD-Leverkusen am 27.01.2012
Die weltweite Schulden- und Finanzkrise ist nach Meinung von Experten noch lange nicht überwunden. Müssen Deutsche am Ende die Zeche zahlen? Können überschuldete EU-Staaten ihre Haushalte überhaupt noch in den Griff bekommen?
Am Freitag, 27. Januar beantwortete der SPD-Bundestagsabgeordnete Professor Dr. Karl Lauterbach im Rahmen des zweiten „Politischen Dialog“ auf Einladung von Eva Lux, Vorsitzende der SPD Leverkusen, diese und weitere Fragen im Leverkusener Forum.
Nachdem Lauterbach kurz auf die Ursache für die Staatsverschuldung – erst Immobilien-, dann Bankenkrise – einging und erläuterte, welch extrem wichtige Rolle gut funktionierende Banken in unserem Wirtschaftssystem spielen - ohne funktionierendes Banken-/Kreditwesen keine funktionierende Wirtschaft - verdeutlichte er, dass Deutschland von der Krise bislang eindeutig profitiert habe.
Deutschland stellt die leistungsstärkste Volkswirtschaft Europas dar und ist nach dem Bruttoinlandsprodukt die viertgrößte weltweit. Unsere Staatsverschuldung hat derzeit günstige, Konditionen, aber ein Abbau dieser Schulden ist nur über hohes Wirtschaftswachstum möglich. Die deutsche Wirtschaft ist extrem Exportabhängig, mehr als 60 Prozent wird in Länder von europäischen Handelspartnern ausgeführt. Schon deshalb ist die Stützung der kränkelnden EU-Partner in den (noch) gesunden EU-Staaten von ureigenem Interesse. Griechenland ist aus Sicht von Lauterbach zwar nicht mehr zu retten und kann langfristig nicht in der Euro-Zone bleiben. Der Einführung von Eurobonds erteilte er allerdings eine klare Absage, die Gefahr einer Pleite für die gesamte EU sei immens hoch.
Bürger müssen – nicht zuletzt wegen der demografischen Entwicklung – jedenfalls mit mächtigen Zusatzbelastungen und sinkenden Renten rechnen. Ob die Anlagen von Sparern durch Inflation bedroht seien, wurde Lauterbach bei der folgenden Diskussionsrunde gefragt. Das hänge davon ab, wie hoch die Rendite sein solle, lautete die Antwort. Bei einer Rezession durch Zusammenbrechen des europäischen Marktes stelle sich leider nur noch die Frage, was unser Geld dann noch in Kaufkraft wert sei.
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